Trichonomaden sind einzellige Geiseltierchen, die sehr ansteckend sind.
Sie leben im Bereich der Speiseröhre und des Rachens und können die Ursache dafür sein, das die Alttiere Schmerzen beim Herauswürgen der Nahrung haben und ihre Jungtiere im Nest nicht richtig füttern.
Daher ist der Tierarzt aufzusuchen, wenn mehrere Paare nicht richtig füttern.

Trichonomaden sind ganz einfach beim Tierarzt mittels Rachenabstrich für wenig Geld nachweisbar.
Übertragungswege sind das Trinkwasser und gegenseitiges Füttern.
Vor ein paar Jahren wurden im Winter permanent Berichte über tausende tote Grünfinken im Winter gebracht.
Grund des Massensterbens war eine unhygienische Winterfutter-Stätte.
Im Außenbereich nur Futterhäuser für Wildvögel verwenden, die trocken sind und sich säubern lassen!!!
In trockener Umgebung sind Trichonomaden nicht wesentlich länger als 30 Stunden lebensfähig.
Trichonomaden werden mit RIZOL 10% BT von Rohnfried behandelt.

 

 

 

Rizdol gibt es nur beim Tierarzt.
Die Behandlung gestaltet sich als einfach und dauert 8 Tage.
Ggf. ist es sinnvoll, die Behandlung nach einer kurzen Pause zu wiederholen.
Der Hahn wird von der Behandlung für eine Zeit von 6 Wochen unfruchtbar, daher Vorsicht in der Zuchtzeit! Weiterhin wird daraufhingewiesen, das die Bahandlung ebenfalls nicht während der Mauser durchgeführt werden soll.

Wassernäpfe während der Behandlung mit kochendem Wasser ausspülen und mindestens 48 Stunden austrocknen lassen, siehe auch Rubrik Hygiene.

 

 

 

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Der Wirkstoff ist lichtempfindlich!

Daher verwende ich während der Behandlungszeit einfache "Klorollen-Kerne"

Diese beschriftet man mit der Behandlungsdauer.

Ganz nebenbei vertut man sich dann auch nicht und behandelt nicht die falschen Vögel.

 


Nach der Behandlung wird das Trinkröhrchen im Müll entsorgt.

Kommt das Trinkröhrchen in den Umlauf und andere Vögel trinken daraus, dann ist eine Resistenzenbildung durch Medikamentenrückstände sehr wahrscheinlich.

Es gibt nur noch einen Wirkstoff, der zuverlässig gegen Trichonomaden wirkt, und daher sollte JEDER verantwortungsvoll mit dem Medikament umgehen!

 

Weiter zu beachten ist:

 

Bodengrund:

 

Ein gesicherter Infektionsweg ist auch der Bodengrund, genauer gesagt der Kot infizierter Tiere.

Während der Behandlung sollte der Vogel nicht auf Sand gehalten werden, da die Vögel sonst Trichonomaden mit Kot-kontaminiertem Sand aufnehmen.

(Ganz nebenbei: Ich verwende sowieso nur Buchenspäne)

Also den Bodengrund während der 8-tägigen Anwendung alle 2 Tage, besser noch jeden Tag wechseln.

 

Sitzstangen:

 

Auf Sitzstangen finden wir auch Kot, auch hier ist eine Wiederansteckung oder Ansteckung andere Vögel möglich. Daher die Sitzstangen alle 2 Tage, besser noch jeden Tag  TROCKEN mit Stahlwolle reinigen.

Werden Sitzstangen von erkrankten Tieren feucht mit einem Schwamm gereinigt, dann verteilen sich die Trichonomaden über den Schwamm auf andere Sitzstangen, das Waschbecken und wo auch immer hin.

 


Nebenwirkungen:

 

Die Wirksamkeit des Wirkstoffes beruht darauf, das der Wirkstoff erbgutschädigend ist.

Erbgutschädigend beim Parasit, aber auch beim Vogel und beim Menschen.

Daher darf kein Nutzgeflügel verzehrt werden, wenn beispielsweise Hühner vor kurzem behandelt wurden.

 

Was heisst das jetzt für den Vogelzüchter?

Wird die Henne kurz vor der Eiablage mit dem Wirkstoff behandelt, dann kann er im Eidotter eingelagert werden und es kann zu Fehlbildungen bei den schlüpfenden Jungvögeln kommen.

Ein praktischer Fall bei mir waren 3 von 5 Jungvögel im Nest mit fehlgebildeten Füßen.

Zudem waren alle 3 betroffenen Tiere Hähne, die mit der Fehlbildung nicht treten können.

Die 3 Hähne hatten exakt die gleichen Fehlbildungen.

Die Eltern waren blutfremd, aber ich hatte eine neue Henne bekomme, die mit Trichnomaden belastet war.

 

Fazit:

Es ist aus meiner Sicht notwenig zu behandeln, aber es müssen alle Hinweise zur Anwendung strikt eingehalten werden.